Authors & Artists
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Hier erscheinen nur die Biographien von Autoren, die persönlich am Entstehungsprozess der Bücher oder Poster-Gedichte mitgewirkt haben.
Etel Adnan
Lyrikerin, Autorin, Malerin, geb. 1924 in Beirut, gest. 2021 in Paris.
Tochter einer griechischen Mutter und eines syrischen Vaters. Sie wuchs im Libanon auf, bevor sie zum Studium an die Pariser Sorbonne, dann an die Universitäten Harvard und Berkeley in den USA ging. Von 1958 bis 1972 unterrichtete sie Philosophie in Kalifornien. Dessen Landschaften und intellektuelles Umfeld haben ihre Arbeit nachdrücklich beeinflusst. War in der Öffentlichkeit ursprünglich vor allem ihr lyrisches und schriftstellerisches Werk präsent, mehrten sich mit ihrer Teilnahme an der Kasseler Documenta (2012) die Ausstellungen ihres malerischen Werks, sowohl in Europa als auch in den USA.
Mehrere ihrer Texte dienten Komponisten als Vorlage; ihre Theaterstücke wurden u.a. in San Francisco, Paris und Düsseldorf aufgeführt.
Jürgen Beckelman
Autor und Journalist, geb. 1933 in Magdeburg, gest. 2007 in Berlin.
Nach dem Studium der Theaterwissenschaften und später der Politik in Berlin veröffentlichte er Lyrik, Erzählungen und Romane sowie Theaterkritiken. Für seine „engagierten Texte“ erhielt er 1959 den Tucholski-Preis.
Michel Butor
Französischer Schriftsteller, Lyriker, Essayist und Hochschullehrer, geb. 1925 in Nordfrankreich, gest. 2016 in der Savoie (F).
„Schreiben ist Reisen und Reisen ist Schreiben“. Damit nannte er einen der Schlüssel zu seinem reichen und vielfältigen Werk, in dem er Raum und Zeit thematisiert. Michel Butor ist einer der wichtigsten Autoren des französischen „Nouveau roman“. Er regte den Austausch zwischen den verschiedenen künstlerischen Disziplinen an und schrieb regelmäßig über Kunst und Künstler. Durch diese Nähe erschien ein wesentlicher Teil seines Werkes – besonders des späteren – in Form von Künstlerbüchern, in zahllosen Veröffentlichungen in sehr kleinen Auflagen.
Ernesto Cardenal
Henri Chopin
Einer der wichtigsten Vertreter der konkreten Poesie und der Lautdichtung,
geb. 1922 in Paris, gest. 2008 in Dereham (Norfolk, GB).
Seit den 50er Jahren, in denen er mit der Zeitschrift Ou eine Bühne für die Strömungen der konkreten Poesie und Lautdichtung schuf, experimentierte er in diesem Bereich. In seinen elektro-akustischen Arbeiten verwandelte er seinen Körper mit Hilfe des Mikrofons in ein Instrument. Parallel dazu schuf er „Schreibmaschinen-Gedichte“, zu Zeichen verdichtete Überlagerungen von Anschlägen. Durch seine Schriften bleibt er gleichzeitig ein wichtiger Theoretiker.
Cozette de Charmoy
Bertrand Dorny
Erich Fried
Monique Frydman
Französische Malerin, geb, 1943 in Nages (Südfrankreich), lebt in Paris.
Ihr Werk wird bestimmt vom Postulat der Farbe als Credo gegenüber dem Dunklen. Zeichen lösen sich in Farbe auf. Die Zeichnung – vormals sehr gegenwärtig – wirft die Notwendigkeit der Beschreibung über Bord, um sich in eine offene, Vitalität verströmende Struktur zu verwandeln. Mit Pigmenten quasi ohne Bindemittel verleiht Monique Frydman ihren Arbeiten eine ungeahnte Leuchtkraft. – Die Künstlerin studierte in Toulouse und in Paris und wird von renommierten Galerien vertreten. Sie gehört in Frankreich zu den herausragenden Verteidigern der Zukunft der Malerei als künstlerisches Medium.
Sigfrid Gauch
Heinz G. Hahs
Sandra Heinz
Jürgen Hill
Peter Huchel
Lyriker, geb. 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin,
gest. 1981 in Staufen (Schwarzwald).
In seinen Texten werden die Erinnerungen an die Landschaften seiner Kindheit nach und nach von den Erlebnissen von Krieg und Flucht überlagert. Als Herausgeber der wichtigen Literaturzeitschrift Sinn und Form in der DDR fiel er mit seiner ästhetischen Linie in Ungnade und wurde mit Reise- und Veröffentlichungsverbot belegt.
1971 konnte er in die Bundesrepublik übersiedeln
Jean-Claude Loubières
Friederike Mayröcker
Österreichische Dichterin, geb. 1924 in Wien, gest. 2021 ebenda.
Ich lebe in Bildern. Ich sehe alles in Bildern, meine ganze Vergangenheit, Erinnerungen sind Bilder. Ich mache die Bilder zu Sprache, indem ich ganz hineinsteige in das Bild. Ich steige solange hinein, bis es Sprache wird.
Ihre Schreibtechnik, die – in der Nähe des Surrealismus – sich die „écriture automatique“ zunutze macht, löst ihre „Bewußtseins-Maschine“ aus, einen Strom aus Erinnerung und unmittelbarer Gegenwart. Eine Folge von Bildern abseits des Rationalen fließen wie Träume in die Texte ein. Mit Ernst Jandl bildete sie das Ausnahme-Paar der Wiener Avantgarde und wurde mit einem beeindruckenden Werk (80 Bücher, Theaterstücke und Hörspiele) zu einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwart.
2001 erhielt Friederike Mayröcker den Büchner-Preis.
Elbio Mazet
Michèle Métail
Friedrich Nietzsche
Ovid
Ovid (Publius Ovidius Naso)
Römischer Dichter, geb. 43 v. Chr. In Sulmo (Sulmona/Italien),
gest. 17 n. Chr. (?) in Tomis (heute Constanza/Rumänien)
Als einer der bedeutendsten Autoren der römischen Klassik lebt er in seinen Texten bis in die Gegenwart weiter. Besonders seine Metamorphosen und die Liebeskunst inspirierten zu zahllosen literarischen, musikalischen und bildnerischen Werken und regen das Kunstschaffen weiterhin an.
Oscar Pastior
Pierre Reverdy
François Righi
Französischer Maler und Verleger, geb. 1956 in Lyon, lebt in der Gegend von Bourges (F).
In seinem künstlerischen Werk nimmt das Buch einen bestimmenden Platz ein, durchzogen von kraftvollen Texten (T. S. Eliot, Malcolm Lowry…). Spielerisch spielt hintergründig häufig der Pfau oder die Corrida eine Rolle. Sie beleben dann die Substanz des Buches, die mit oft zarten und transparenten Materialien überrascht. Righi wurde zu einem der bedeutenden zeitgenössischen Buchkünstler, dessen Arbeiten von berühmten Sammlungen erworben werden.
Robert Schwarz
Paul Stein
Johannes Strugalla
Künstler, Lyriker, Übersetzer, Verleger, geb. 1943 in Lüben (Schlesien), lebt in Mainz und Paris.
Schon seine Studiengebiete in Mainz (Bildende Kunst, Kunstgeschichte, Philosophie, Romanistik) und an der Pariser „Beaux-Arts“, wo er sich für Zeichnung, Holzschnitt und Radierung entschied, verdeutlichen die Vielfalt seiner Interessen. Durch das Aufeinandertreffen von Text und Bild wird das Buch zeitweilig zu seinem herausragenden Medium, das ihm eine besondere Rolle im Bereich des zeitgenössischen Künstlerbuch zukommen lässt.
Unabhängig davon zeugt sein Werk – vor allem in Holzschnitt und Zeichnung – von einer großen ästhetischen Vielfalt. In der Zeichnung wird die Suche nach der Autonomie der Linie als Schlüssel zu seinem Bild-Denken deutlich. Es spiegelt sich in seinen Büchern ebenso wider wie seine Arbeit an Texten, die zunehmend Raum einnehmen.
- forma
- QuodLibet &
- Wunschtage
- Versäumt zu scheitern
- Abendland
- Mnemosyne
- Maizum Goin - Hommage à Antonin Artaud
- ziemlich Gedichtkopfkissen
- L'Horizon est une bouche tordue (The horizon is a bent mouth)
- O.T.
- sampling
- Seasons-1
- Night
- Le Chant des Morts (The Song of the Deads)
- Interference
- Der gespiegelte Schmetterlingsflug (The mirrored flight of a butterfly)
- zInnober
Georg Trakl
Dieter Wagner
Typograph, Buchkünstler, geb. 1941 in Würzburg, gest. 2004 in Berlin.
Nach einer Ausbildung als Drucker und einem Kunststudium arbeitete er als Offsetmontierer in einer Berliner Druckerei, deren Buchdruckmaterial er für seine eigene Produktion nutzen konnte. Die Bleibuchstaben verwandelte er in Typogramme, er benutzt sie als Bildmaterial und Werkstoff der konkreten Poesie. Poetisches Material findet er überall: in Makulatur-Drucken wie in den Pornoheften und den Toilettenhäuschen der wilden Berliner Jahre ebenso wie bei Goethe oder den Völkern der Hmong. Jenseits des Ästhetischen war Drucken für ihn ein gesellschaftlich-politisches Manifest und eine Beschwörung: so in seinem „schönsten“ Buch 1984. Im Jahr 1985 erhielt er den Mainzer V. O. Stomps-Preis.